Buchkritik

Autor:  Derselbe Cicero, nur ein paar Jahre Älter.

Buch:

Das Buch hat Cicero in einem Dialog verfasst. Cicero hat die großen lateinischen Rhetoriker des römischen Forums auf eine Villa (lat. Landhaus) eingeladen und lässt sie nun den perfekten Redner schaffen. Die berühmtesten Rhetoriker der römischen Geschichte haben sich untereinander nicht kennengelernt, weil sie in verschieden Epochen gelebt haben. Diese waren allesamt Rechtsanwälte auf dem Forum. An dem Gespräch, in einem fiktiven schönem Landhaus nahmen außer Cicero auch noch L. Crassus, M. Antonius, Augurs Scaevola, Iulius Caesar, Catulus und die beiden wissbegierigen Schüler Sulpicius und  Gaius Aurelius teil. Diese politischen Persönlichkeiten, die allesamt das Konsulat inne hatten verbringen nun bei bestem Wetter drei Tagen auf dem Tusculum.

Cicero gliederte das Buch in drei Bücher. Jedes Buch wird von Cicero eingeleitet, indem er ein bisschen die Geschichte, die um die Staatsdiener herum passiert, voranbringt und erläutert. Des Weiteren erläutert er, warum er dieses oder jenes veranschaulicht hat. Zu dem Rechtfertig er sich über Punkte, die ihm strittig schienen.

Die beiden Schüler Sulpicius und  Gaius Aurelius fungieren als fragende und fordernde Person. Ihre Aufgabe ist es, die altgedienten Weisen doch zu bitten etwas von ihrem Wissen und ihrer Erfahrung preiszugeben.

In dem ersten Buch führen Antonius und Crassus ein Streitgespräch. Die beiden Protagonisten diskutiert darüber, ob für den Redner eine universelle Bildung notwendig ist. Für die universelle Bildung werden viele Beispiele genannt und es wird darüber lamentiert ob man sich in der griechischen Gegenwart und Vergangenheit auskennen muss.

In dem darauf folgenden Buch sind Caesar und Antonius die Wortführer. Antonius stellt die verschiedenen Gattungen der Rede dar. Caesar strukturiert die Rede als solche. Er erläutert thematisch wie eine Rede aufgebaut sein sollte. Des Weiteren spricht er über die Vorzüge der verschieden Stilistiken. Antonius schließt den Beitrag in dem er noch mal die inhaltlichen und praxisbezogenen Verschiedenheiten diskutiert..

In dem letzten Buch führt fast ausschließlich Crassus das Wort. Er versucht nun darzulegen, warum er ein solch ausgezeichneter Rhetoriker ist, für den er sich selbst gar nicht hält. Crassus differenziert zwischen Talent und Lernfähigkeit des Redners. Zudem stellt er die Rhetorikschulen in Frage. Außerdem betrachtet er noch mal die Gesamtheit des Redners und geht auf die Feinheiten, die Antonius vorher bewusst ausgelassen hat, ein.

„Über den Redner“ ist eine Schrift die sich auf hohem Niveau mit der Rhetorik beschäftig. Cicero geht davon aus, dass der Rhetoriker als solches schon die Rhetorikschule abgeschlossen hat und nun noch dieses oder jenes abschleifen möchte, um sich zu perfektionieren. Das Buch ist klar geschrieben und lässt sich ohne weiteres lesen. Die Reclam Ausgabe ist wieder Latein/Deutsch. Der Dialog ist eine wunderbare Form, um eine wissenschaftliche Ausarbeitung zu schreiben. Diese Gattung lässt zu, dass sich der Autor besser mit Themen, die einer Diskussion bedürfen, auseinandersetzen kann. Außerdem ist zu erwähnen, dass die Reclamausführung eine ausführliche Einleitung hat. In dieser wird sowohl der Inhalt kurz erläutert, als auch die Geschichten und Personen.

Das erstaunlichste des Buches war für mich, dass Cicero am Ende Hortensius, als den Mann bezeichnet, der einem solchem perfekten Redner am nächsten kommt. Dieses Lob zeigt was Cicero doch für ein bemerkenswerter Mann war, dass er seinen ärgsten Gegner auf dem Forum solch Ehre zu kommen lässt.

21.10.09 10:26

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